Artwork

Lucretia Committing Suicide

Lucretia Committing Suicide, by Unknown, oil, 1600
Lucretia Committing Suicide, by Unknown, oil, 1600

Lucretia Committing Suicide is an oil painting by the Early Baroque Italian artist Unknown. It dates from 1600 and is held in the collection of the National Museum in Kraków. The work depicts a woman with flowing red hair, cloaked in a fur‑trimmed mantle, clutching a dagger to her abdomen.

About this work

Überblick

Lucretia Committing Suicide ist ein Ölgemälde auf Holztafel aus dem Jahr 1600, das der Schule von Lucas Cranach dem Älteren zugeschrieben wird und sich in der Sammlung des Nationalmuseums in Krakau, Polen, befindet, genauer gesagt im Niepołomice-Museum. Mit den Maßen 74 mal 51,3 Zentimeter gehört das Werk zur Gattung der Historienmalerei und stellt die legendäre römische Heldin im Moment ihres selbstgewählten Todes dar. Als Produkt der Cranach-Werkstatttradition verkörpert das Gemälde den nordischen Renaissance-Ansatz zu klassischen Sujets, der zeitgenössische deutsche Hofmode mit einer moralisierenden historischen Erzählung verbindet. Seine Stellung im größeren Corpus von Lucretia-Darstellungen im Zusammenhang mit Cranach unterstreicht die anhaltende Popularität dieses Themas in der Kunst der Reformationszeit.

Motiv und Bedeutung

Die reichen Stoffe und Juweln vermitteln gleichzeitig Adel und die weltlichen Attribute, die die moralische Erzählung transzendiert.

Das Gemälde illustriert den Selbstmord der Lucretia, der römischen Adligen, deren Vergewaltigung durch Sextus Tarquinius, den Sohn des letzten römischen Königs, und ihr nachfolgender Tod den Untergang der Monarchie und die Gründung der Römischen Republik einleiteten. Die Heldin erscheint als Halbfigur, ihr Körper ist leicht nach links gedreht, während Kopf und Blick sich zum Betrachter wenden. In ihrer rechten Hand hält sie ein Dolchmesser, dessen Spitze gegen ihren Unterbauch oder knapp unter ihrer Brust gerichtet ist, wo eine kleine Wunde mit nachlaufendem Blut sichtbar ist. Ihr Oberkörper ist entblößt, doch ihre Arme bleiben in den Ärmeln ihres Gewandes, und ihre linke Hand ruht entweder offen an ihrer Seite oder hält einen mit Pelz gefütterten Umhang, um ihren Unterkörper zu bedecken. Die Ikonografie folgt der Konvention der Cranach-Werkstatt: zeitgenössische Kleidung statt klassischer Nacktheit, aufwendiger Schmuck einschließlich einer breiten Halskette mit Perlen und farbigen Steinen, ein Perlenhaarnetz oder goldnes Netzhaarband, das ihre Haare verdeckt, sowie ein dunkler Vorhanghintergrund mit oben sichtbaren architektonischen Elementen. Der gefasste outward Blick und die stoische Haltung deuten auf resignierte Akzeptanz hin, nicht auf Qual, und rahmen ihren Selbstmord als Akt der Tugend und politischer Konsequenz ein, nicht als persönliche Verzweiflung. Die reichen Stoffe und Juweln vermitteln gleichzeitig Adel und die weltlichen Attribute, die die moralische Erzählung transzendiert.

Technik und Stil

Ausgeführt in Öl auf Holztafel, zeigt das Gemälde die glatte, präzise Pinselführung, die für die Cranach-Werkstatt charakteristisch ist, mit besonderer Aufmerksamkeit für die Texturen von Pelz, Stoff, Metall und Schmuck. Die Farbpalette besteht aus tiefen Grüntönen, satten Brauntönen, dunklen Rottönen und dem blassen Ton der Haut der Darstellerin, der sich vor einem dunklen Hintergrund abhebt. Gleichmäßiges Licht beleuchtet ihr Gesicht und ihren Oberkörper und erzeugt einen dramatischen Kontrast zur Umgebung. Die Oberfläche weist feine vertikale Risse und eine sichtbare Naht auf, die senkrecht durch die Mitte der Tafel verläuft und auf die hölzerne Trägerstruktur hinweist. Die Ausführung des Werkes spiegelt die standardisierten Produktionsmethoden der Cranach-Werkstatt wider, in der Werkstattassistenten häufig Gemälde basierend auf etablierten Kompositionsschablonen und Entwürfen des Meisters ausführten. Die präzise Wiedergabe von Kostümdetails, die formelhafte Pose und die dekorative Behandlung der Oberflächen entsprechen alle der späten Phase der Cranach-Produktion, obwohl das Datum 1600 dieses Werk weit nach dem Tod des Älteren im Jahr 1553 verortet, was eine fortgesetzte Werkstatt- oder Familienproduktion unter dem Namen Cranach nahelegt.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde ist als Teil der Sammlung des Nationalmuseums in Krakau inventarisiert, mit einer spezifischen Ausstellung im Niepołomice-Museum, einer Außenstelle. Seine Zugangsgeschichte und die vorherige Besitzkette sind in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Die Zuschreibung des Werkes an die Schule von Lucas Cranach dem Älteren und nicht an die Hand des Meisters selbst spiegelt die wissenschaftliche Einschätzung seines Stils und des Datums 1600 wider, das Jahrzehnte nach dem Tod des Älteren liegt. Das Gemälde wurde in den Museumsregistern unter der Inventarnummer XII-A-27 kategorisiert. Eine spezifische Ausstellungsgeschichte für diese Tafel ist in den bereitgestellten Quellen nicht verzeichnet.

Kontext

Die Cranach-Werkstatt produzierte im sechzehnten und frühen siebzehnten Jahrhundert zahlreiche Darstellungen der Lucretia, was das Sujet zu einem ihrer charakteristischsten und kommerziell erfolgreichsten Themen machte. Diese Bilder zirkulierten in einem deutschen kulturellen Kontext, in dem die klassische Geschichte durch zeitgenössische moralische und politische Linse neu interpretiert wurde, insbesondere während der Reformationszeit, als Fragen nach Tugend, Ehre und Widerstand gegen Tyrannei dringende Relevanz besaßen. Die standardisierte Komposition mit ihrem Halbformat, der zeitgenössischen Kleidung und der direkten Ansprache des Betrachters ermöglichte eine effiziente Produktion und erfüllte die anhaltende Nachfrage von aristokratischen und bürgerlichen Sammlern. Die wissenschaftliche Diskussion dieses spezifischen Gemäldes konzentrierte sich auf seine Werkstattzuschreibung und seine Stellung innerhalb der breiteren Typologie der Cranach-Lucretien, die zu den am weitesten verbreiteten Bildern der nordischen Renaissance zählen. Die Präsenz des Werkes in einer polnischen nationalen Sammlung spiegelt die historische Zirkulation deutscher Kunst auf polnisches Territorium und die Sammlungspraktiken der Region wider.

The Suicide of Lucretia
The Suicide of Lucretia, Lucas Cranach the Elder

Artist & collection

Artist

Unknown

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