Artwork

Gräfin von Chinchón

Gräfin von Chinchón, by Francisco de Goya, oil, 1800
Gräfin von Chinchón, by Francisco de Goya, oil, 1800

Gräfin von Chinchón is an oil painting by Francisco de Goya. It dates from 1800 and is held in the collection of the Museo del Prado.

About this work

Thema und Bedeutung

Gräfin von Chinchón, in einem weißen Kleid dargestellt, dessen Kopfschmuck mit grünen Weizenähren geschmückt ist, die Fruchtbarkeit symbolisieren.

Das Gemälde zeigt María Teresa de Borbón y Vallabriga, die 15. Gräfin von Chinchón, in einem weißen Kleid dargestellt, dessen Kopfschmuck mit grünen Weizenähren geschmückt ist, die Fruchtbarkeit symbolisieren. Goya fängt ihr bescheidenes Lächeln ein und vermeidet direkten Augenkontakt, was trotz ihrer zarten, fast kindlichen Gesten und der sanften Fürsorge für ihren schwangeren Bauch eine stille Würde vermittelt. Die Weizenähren verweisen auf ihre Schwangerschaft mit Carlota de Godoy, und das subtile Licht unterstreicht ihren Zustand, ein Markenzeichen von Gojas reifer Porträtmalerei. Das Werk wurde 2000 von der spanischen Regierung von den Herzögen von Sueca erworben und gehört heute zur Sammlung des Museo del Prado.

Technik und Stil

Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand ausgeführt, was durch mehrere Quellen bestätigt wird. Goya verwendet eine zurückhaltende, doch leuchtende Farbpalette, wobei er warme Töne nutzt, um das weiße Kleid der Dargestellten und die grünen Weizenähren in ihrer Frisur wiederzugeben, die Fruchtbarkeit symbolisieren. Die Pinselstriche werden als locker und luftig beschrieben, mit einer zarten Lichtführung, die den schwangeren Bauch hervorhebt, eine Technik, die für Gojas reife Periode typisch ist. Die Komposition spiegelt psychologische Tiefe wider, indem sie das bescheidene Lächeln der Gräfin, ihren gesenkten Blick und die zärtliche Fürsorge für ihren Leib einfängt, während der neutrale Hintergrund den Einfluss Velázquezs widerspiegelt. Das Werk befindet sich in seinem ursprünglichen Zustand ohne vorherige Hinterleimung, sodass ursprüngliche Impasto- und Farbschichten erhalten blieben, und wurde 2020 konservatorisch restauriert, um gealterten Firnis und kleine Risse zu behandeln.

Geschichte und Provenienz

Francisco Goya malte dieses Porträt im Jahr 1800 und stellte María Teresa de Borbón y Vallabriga, die 15. Gräfin von Chinchón, dar, die mit ihrem einzigen Kind, Carlota de Godoy, schwanger war. Goya unterhielt eine langjährige Beziehung zur Familie der Gräfin und diente ihnen früh in seiner Karriere als Mäzen; er malte sie erstmals 1783 als Kind während seines Aufenthalts in Arenas de San Pedro. Die Heirat von María Teresa und dem Ministerpräsidenten Manuel de Godoy im Jahr 1797 wurde von Königin Maria Luisa von Parma arrangiert.

Das Gemälde blieb bis zum Jahr 2000 im Besitz der direkten Nachkommen der Gräfin, der Herzöge von Sueca. Der spanische Staat ging 1999 einer Versteigerung an den Sammler Juan Abelló für 4 Milliarden Peseten (24 Millionen Euro) durch Ausübung seines Vorkaufsrechts für das nicht ausfuhrfähige Werk zuvor und überführte es in den Museo del Prado. Damit endete ein fast hundertjähriger Versuch, das Werk zu erwerben, zu dem auch Angebote des J. Paul Getty Museum und der Academia de San Fernando gehörten. Der Kauf wurde teilweise durch das Vermächtnis Villaescusa finanziert, wie vom Erblasser gewünscht. Ein anschließender zehnjähriger Rechtsstreit über die Zahlungsbedingungen endete 2011 mit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zugunsten des Staates.

Das Gemälde wird im Museo del Prado in Madrid aufbewahrt, wo es seit 2000 Teil der Sammlung ist. Vor diesem Erwerb befand sich das Werk fast ein Jahrhundert lang im Besitz der Herzöge von Sueca, direkter Nachkommen der Dargestellten. Die spanische Regierung erwarb das Kunstwerk für 4.000 Millionen Peseten (ungefähr 24 Millionen Euro), nachdem sie ihr Vorkaufsrecht gegenüber einer privaten Verkaufsvereinbarung ausgeübt hatte. Während des Spanischen Bürgerkriegs wurde das Porträt vorübergehend zusammen mit anderen Meisterwerken nach Genf in der Schweiz verlegt. 2020 wurde die Leinwand konservatorisch restauriert, um gealterten Firnis zu entfernen und kleinere strukturelle Schäden zu beheben, ohne die ursprüngliche Leinwand neu zu hinterleimen.

Kontext

Ausgeführt im Jahr 1800 während Gojas künstlerischer Reife, gilt dieses Porträt als Meisterwerk, das durch majestätische Schlichtheit und psychologische Tiefe gekennzeichnet ist. Kritiker beschreiben das Werk als eine Oase der Süße und einen Hafen des Friedens und verweisen auf die zarte, fast melancholische Atmosphäre, die durch Gojas lockere, luftige Pinselstriche und eine strategische Lichtführung erreicht wird, die die Schwangerschaft der Dargestellten hervorhebt. Das Gemälde stellt einen Höhepunkt von Gojas Karriere als modischer Hofporträtist dar und steht neben zeitgenössischen Werken wie dem Porträt von Godoy und Die Familie Karls IV.

Der Erwerb des Werks durch den Museo del Prado im Jahr 2000 beendete fast ein Jahrhundert lang andauernde Versuche, die Leinwand zu sichern, die zuvor das Interesse internationaler Sammler und Institutionen geweckt hatte. Ihre Erhaltung ist bemerkenswert durch das Fehlen einer historischen Hinterleimung, sodass der ursprüngliche Impasto und die Farben nahezu unverändert erhalten blieben, wie Goya sie geschaffen hatte.

Vermächtnis

Die Gräfin von Chinchón wird als Meisterwerk von Francisco Gojas reifer Porträtmalerei gefeiert und verkörpert sowohl technische Brillanz als auch emotionale Tiefe. Nach fast einem Jahrhundert der Verhandlungen 2000 für 24 Millionen Euro vom Museo del Prado erworben, wurde das Werk zum Mittelpunkt der Museumsammlung und unterstreicht seine nationale und künstlerische Bedeutung. Kritiker und Gelehrte haben seine zarte Darstellung von Verletzlichkeit und Zärtlichkeit gelobt, wobei die Fundación Goya en Aragón es als ein Meisterwerk in Gojas Schaffen bezeichnete (Quelle 4). Seine evozierte Melancholie und poetische Intimität, gepaart mit Gojas charakteristischen lockeren Pinselstrichen, haben seinen Ruf als prägendes Beispiel der Porträtmalerei des frühen 19. Jahrhunderts gefestigt. Das Vermächtnis des Gemäldes wird zusätzlich durch seine außergewöhnliche Erhaltung gewürdigt; es blieb un-reentelado und bewahrt Gojas ursprüngliche Technik intakt, was für Werke dieses Alters eine Seltenheit ist (Quelle 6). Sein Erwerb, der teilweise durch ein privates Vermächtnis finanziert wurde, spiegelt seinen anhaltenden kulturellen Wert wider, während gescheiterte Gebote internationaler Institutionen, darunter das J. Paul Getty Museum, seinen Status als begehrtes Emblem des spanischen Erbes unterstreichen (Quellen 4, 6).

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