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Die Beweinung

Die Beweinung, by Luca Giordano, oil, 1672
Die Beweinung, by Luca Giordano, oil, 1672

Die Beweinung is an oil painting by the High Baroque Italian artist Luca Giordano. It dates from 1672 and is held in the collection of the Hermitage Museum.

About this work

Überblick

Die Beweinung ist ein religiöses Gemälde des italienischen Barockkünstlers Luca Giordano, datiert auf 1672.

Die Beweinung ist ein religiöses Gemälde des italienischen Barockkünstlers Luca Giordano, datiert auf 1672. Das in Öl auf Leinwand ausgeführte Werk misst 155 mal 182 Zentimeter und entstand in Italien. Es befindet sich derzeit im Hermitage Museum. Das Gemälde stellt ein bedeutendes Beispiel für Giordanos Auseinandersetzung mit dem tenebristischen Stil seiner frühen Ausbildung dar, indem es dramatisches Chiaroscuro auf ein traditionelles biblisches Sujet anwendet und gleichzeitig den dynamischen Farbgebrauch vorwegnimmt, der seine spätere Karriere prägen sollte.

Thema und Bedeutung

Das Kunstwerk illustriert die Beweinung Christi und zeigt die Trauernden, die sich nach der Kreuzigung um den Leichnam Jesu versammelt haben. Die blasse Leiche, die die Wunden der Nägel und eine Dornenkrone trägt, erstreckt sich über die untere Hälfte der Komposition. Maria blickt trauernd auf ihren Sohn, während Maria Magdalena an seinen verwundeten Füßen trauert. Nikodemus und Joseph von Arimathia stützen seine Schultern zärtlich, wobei einer ein Tuch an das Gesicht des Toten hält. Zwei traurige cherubische Köpfe ragen aus der dunklen oberen linken Ecke hervor und deuten eine göttliche Präsenz an. Im Vordergrund liegen drei Nägel der Kreuzigung auf dem Boden, ein Emblem, das möglicherweise auf Wunsch eines jesuitischen Auftraggebers hinzugefügt wurde. Die Ikonographie fungiert nicht nur als religiöse Erzählung, sondern als Medium für gemeinsames menschliches Leid, indem sie visuelle Symbole einsetzt, um die Distanz zwischen dem biblischen Ereignis und dem Betrachter zu überbrücken.

Technik und Stil

Giordano führte das Gemälde in Öl auf Leinwand mit einer polierten Oberfläche aus und zeigte dabei besondere Sorgfalt bei der Modellierung der Muskulatur und der schweren Falten der Gewänder. Die Palette wird von tiefen Brauntönen und Schwarztönen dominiert, unterbrochen durch das leuchtend blasse Fleisch der Leiche, die blauen und gelben Gewänder der Jungfrau Maria sowie rote Akzente, darunter ein Vorhang in der oberen rechten Ecke. Eine einzelne starke Lichtquelle aus der oberen linken Ecke beleuchtet die Figuren und erzeugt dramatische Schatten über die Szene. Dieses markante Chiaroscuro betont die emotionale Schwere des Ereignisses und hebt gleichzeitig die Gestalt Christi hervor. Die Pinselführung ist auf der Haut glatt und verschmolzen, im Kontrast zu einer strukturierteren Behandlung der Stoffe und des Hintergrunds. Giordano vermittelt geschickt die Textur der Materialien, von der seidigen Weichheit des goldenen Haares der Magdalena bis hin zu den rauen, sonnenverbrannten Gesichtern von Joseph und Nikodemus, die in scharfem Kontrast zum blassen Gesicht Christi stehen.

Geschichte und Provenienz

Das um 1672 entstandene Gemälde wurde 1810 in Paris mit Unterstützung von Baron Dominique Vivant Denon erworben. Anschließend gelangte es in die Sammlung des Hermitage Museum, wo es sich noch heute befindet. Die genauen Umstände der ursprünglichen Auftragserteilung sind nicht dokumentiert, doch das Vorhandensein der drei Nägel im Vordergrund deutet darauf hin, dass der Auftraggeber möglicherweise dem Jesuitenorden angehörte, da die drei Nägel ein bekanntes Emblem dieses Ordens sind.

Kontext

Giordano war eine zentrale Figur des neapolitanischen Barocks, bekannt für seine umfangreiche Produktion und den Spitznamen Luca fa presto, der seine legendäre Schnelligkeit widerspiegelt. Um 1650 wurde er bei Jusepe de Ribera in die Lehre gegeben, dessen Einfluss in diesem Werk deutlich spürbar ist. Die dunkle Farbgebung, das reiche Spiel von Licht und Schatten sowie die naturalistischen, gealterten Gesichter der männlichen Figuren gehen alle auf Riberas tenebristischen Stil zurück. Obwohl Giordano später zur helleren Palette und zu dynamischen Kompositionen von Pietro da Cortona und den venezianischen Meistern überging, zeigt dieses Gemälde seine anhaltende Fähigkeit, im dunklen Stil der neapolitanischen Kunst des frühen 17. Jahrhunderts zu arbeiten. Er führt einen Dialog mit einer langen visuellen Tradition von Beweinungsszenen, von Giotto bis Caravaggio, und bringt seine eigene Dialektik in die etablierte Bildsprache ein, während er gleichzeitig den Vorlieben seiner neapolitanischen Auftraggeber entspricht.

Vermächtnis

Als wichtiges Werk in der Sammlung italienischer Barockmalerei des Hermitage Museum steht Giordanos Beweinung als Zeugnis der anhaltenden Kraft des Tenebrismus innerhalb des breiteren Œuvres des Künstlers. Das Gemälde hebt die komplexe stilistische Entwicklung Giordanos hervor, der seinen riberaesken Naturalismus beibehielt, selbst als er neue leuchtende und dynamische barocke Idiome vorantrieb. Heute wird das Werk weiterhin für seinen kalkulierte Einsatz von Chiaroscuro und ikonografischen Symbolen zur Erregung von Empathie geschätzt und sichert sich damit seinen Platz in der wissenschaftlichen Diskussion über die neapolitanische Malerei und die visuelle Tradition des Themas der Beweinung.

The Lamentation
The Lamentation, Scipione Pulzone

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Hermitage Museum

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