Artwork

The Man with the Golden Helmet

The Man with the Golden Helmet, by Rembrandt van Rijn, oil, 1650
The Man with the Golden Helmet, by Rembrandt van Rijn, oil, 1650

The Man with the Golden Helmet is an oil painting by the Dutch Golden Age artist Rembrandt van Rijn. It dates from 1650 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Sujet und Bedeutung

Das Werk gehört zum Genre der Tronie, einer Studie eines Charakters oder Typs, nicht eines auf Bestellung entstandenen Porträts einer bestimmten Person.

Das Gemälde zeigt eine einzelne männliche Figur in Brusthöhe vor einem dunklen, undefinierten Hintergrund. Er trägt einen prächtigen goldenen Helm mit getriebenem Rankenwerk und einer gefiederten Feder in Rot- und Brauntönen, einen dunklen Metallhalskragen sowie schwere Stoffe in tiefen Braun- und Schwarztönen über den Schultern. Seine Augen sind gesenkt, sein Gesicht teilweise verschattet, was ihm einen nachdenklichen oder melancholischen Ausdruck verleiht. Das Werk gehört zum Genre der Tronie, einer Studie eines Charakters oder Typs, nicht eines auf Bestellung entstandenen Porträts einer bestimmten Person. Frühe Spekulationen identifizierten den Dargestellten als Rembrandts Bruder Adriaen, einen Schuhmacher in Leiden, doch diese Theorie wurde widerlegt, da Adriaen 1652 starb und das Modell in Werken von 1654 erscheint. Kunsthistoriker haben verschiedene allegorische Deutungen vorgeschlagen: Wolfgang Schöne meinte, die Figur könne Mars, den Kriegsgott, oder den römischen Soldaten Longinus darstellen, während der Helm selbst, bereits im späten 17. Jahrhundert ein Antiquariat, den Sitzenden als Krieger der Vergangenheit ausweist, dessen Rang durch dieses prächtige Kopfstück markiert war. Abraham Bredius charakterisierte das Bild als ein meisterhaftes Stillleben eines Helms und wies darauf hin, wie das Attribut die Identität des Mannes in den Schatten gestellt hat.

Technik und Stil

In Öl auf Leinwand gemalt, zeigt das Werk das dramatische Chiaroscuro, das mit der niederländischen Barockmalerei verbunden ist. Das Licht fällt stark von oben links ein und beleuchtet den Helm und Teile des Gesichts, während der Rest in Schatten aufgelöst wird. Die Pinselführung ist dick und sichtbar im Helm und in der Feder, mit schwerem Impasto, das eine skulpturale, lichtfangende Oberfläche schafft, während Hintergrund und Kostüm lockerer und atmosphärischer behandelt sind. Die Palette ist von Umbra, Schwarz und gedämpften Erdtönen dominiert, durchbrochen vom strahlenden Gold des Helms. Feine Craquelé ist über die gesamte Oberfläche sichtbar. Das Gemälde wurde irgendwann im 18. oder frühen 19. Jahrhundert beschnitten und hat drei große Restaurierungen durchlaufen. Eine besonders schädliche Eingriff in der frühen zwanzigsten Jahrhundert aufgetragenen Ockerfirnis veränderte die Tonalität künstlich; die Restaurierung 1993 versuchte, das Werk näher an seine ursprüngliche Farbgebung heranzuführen.

Kontext

Die Zuschreibungsgeschichte des Gemäldes spiegelt sich entwickelnde Methoden und Standards in der Rembrandt-Forschung wider. Schon zur Zeit seiner Museumsaufnahme bezweifelten Skeptiker wie Hofstede de Groot und Abraham Bredius seine Authentizität. Wilhelm von Bodes Fürsprache half, es als kanonischen Rembrandt zu etablieren, doch Werner Sumowski erneuerte 1957 die Zweifel. Der entscheidende Wendepunkt kam mit dem 1968 gestarteten Rembrandt Research Project. 1984 untersuchte eine niederländische Kuratorenkommission das Gemälde in West-Berlin und bezweifelte seine Provenienz; im November 1985 gab der Berliner Kunstexperte Jan Kelch bekannt, dass wesentliche stilistische Details nicht mit Rembrandts bekannten Werken übereinstimmten und schlug stattdessen einen Schüler um 1650 vor. Im folgenden Jahr entzog das Rembrandt Research Project auf der Basis von radiographischer Analyse, Untersuchung des Trägers und der Unterzeichnung sowie der Restaurierungsergebnisse die Zuschreibung formal. Die Dezuschreibung erregte enorme Medienaufmerksamkeit und emotionale Reaktionen, was zeigt, wie sich der wahrgenommene Wert und die öffentliche Bedeutung eines Werkes mit der wissenschaftlichen Neubewertung dramatisch verschieben konnten. Verschiedene Namen wurden für die Autorschaft vorgeschlagen, darunter Carel van den Pluim, Heyman Dullaert und Johann Ulrich Mayr, ein Augsburger Maler, der um 1648-1649 in Rembrandts Werkstatt tätig war, wobei der Augsburger Ursprung des Helms als indirekter Hinweis notiert wurde. Werner Busch beobachtete, dass nach Werkstattpraxis des 17. Jahrhunderts ein Meister das Recht hatte, alles in seinem Atelier Produzierte unter seinem Namen zu verkaufen, was die Unterscheidung zwischen Meister- und Schülerwerken erschwerte.

Nachleben

Jahrzehntelang stand Der Mann mit dem goldenen Helm als eines der beliebtesten und am häufigsten reproduzierten Werke des Rembrandt-Kanons, sein Bild verbreitet durch Drucke, Stickereien und andere Medien in unzählige Haushalte. Die Impressionistengeneration bewunderte es besonders als Modell ihrer eigenen künstlerischen Werte. Sein Ruhm machte die Dezuschreibung 1986 zu einem kulturellen Ereignis mit Auswirkungen weit über Fachkreise hinaus und warf Fragen auf, wie Authentizität konstruiert wird und wie Markt- und institutionelle Interessen mit der Connoisseurship zusammenwirken. Seit dem Verlust seiner Rembrandt-Zuschreibung hat das öffentliche Profil des Gemäldes abgenommen, doch Gelehrte und Kritiker bestätigen weiterhin seine Qualität. Martin Warnke merkte an, dass es unabhängig von der Autorschaft ein Werk von erheblichem Wert bleibt. Heute dient es als Fallstudie für die Komplexität der Zuschreibung, die Soziologie des Geschmacks und das Nachleben von Bildern in der Museumskultur.

Man in Armour
Man in Armour, Rembrandt van Rijn

Artist & collection

Portrait of Rembrandt van Rijn

Artist

Rembrandt van Rijn

Rembrandt Harmenszoon van Rijn, known mononymously as Rembrandt, was a Dutch Golden Age painter, printmaker, and draughtsman.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.