Artwork
Die thronende Maria mit dem Kind, dem Heiligen Dominikus und der Heiligen Katharina von Siena (Rosenkranzmadonna)

Die thronende Maria mit dem Kind, dem Heiligen Dominikus und der Heiligen Katharina von Siena (Rosenkranzmadonna) is a paint painting by the High Baroque Italian artist Francesco Solimena. It dates from 1690 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.
About this work
Überblick
Das Werk befindet sich heute in der Gemäldegalerie Berlin, die es 1971 erwarb.
Die thronende Maria mit dem Kind, dem Heiligen Dominikus und der Heiligen Katharina von Siena, gemeinhin als Rosenkranzmadonna bekannt, ist ein Altargemälde in Öl auf Leinwand des neapolitanischen Künstlers Francesco Solimena, das um 1680-81 entstand. Das Werk befindet sich heute in der Gemäldegalerie Berlin, die es 1971 erwarb. Als Frühwerk Solimenas nimmt es eine bedeutende Stellung in der Geschichte der neapolitanischen Barockmalerei ein und zeigt die Übergangsphase eines Künstlers, der nach dem Tod Luca Giordanos 1705 zur dominierenden Figur in der Kunstszene der Stadt werden sollte.
Thema & Bedeutung
Das Gemälde zeigt die thronende Madonna mit dem Christuskind, flankiert von zwei Hauptheiligen des Dominikanerordens. Der Ordensgründer Dominikus kniet links und empfängt den Rosenkranz vom Christuskind, während die Katharina von Siena, die bedeutendste Heilige des Ordens, rechts in fervider Anbetung des Kindes kniet. Diese Ikonographie der Madonna des Rosenkranzes entstand im späten 15. Jahrhundert, erlangte jedoch nach der Einsetzung des Rosenkranzfestes durch Papst Gregor XIII. 1573, das den christlichen Sieg über die Türken bei Lepanto 1571 gedachte, größere Verbreitung. Solimenas zurückhaltende Komposition, die auf diese beiden Heiligen beschränkt ist, anstelle der in früheren Jahrhunderten üblichen zahlreichen anbetenden Figuren, folgt einem römischen Modell, das Giovanni Lanfranco nach Neapel eingeführt hatte. Das Werk muss als Altargemälde für eine dominikanische Rosenkranzkapelle in Auftrag gegeben worden sein, doch sein ursprünglicher Aufstellungsort bleibt unbekannt. Röntgenaufnahmen haben bedeutende kompositorische Änderungen aufgedeckt: Solimena hatte ursprünglich eine kleine geflügelte Figur in Rot über und hinter der Jungfrau eingefügt, die ein blaues Tuch hielt, sowie einen zweiten Putto an der Draperie, die beide später übermalt wurden.
Technik & Stil
Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand ausgeführt. Sein Stil um 1680-81 unterscheidet sich deutlich von Solimenas reifer Manier und zeigt stattdessen helle, leuchtende Farben mit Betonung von Weiß und blassrot, schwellende und üppige Formen, entspannte Modellierung, stark pastose Farbaufträge und flüssige Pinselführung. Diese Qualitäten spiegeln den kombinierten Einfluss von Luca Giordano und Pietro da Cortona, der in Rom und Florenz tätig war, wider. Starkes Chiaroscuro modelliert die Figuren, mit tiefen Schatten in den Stofffalten und hellen Lichtern auf Gesichtern und Draperie. Die Oberfläche zeigt eine glatte Ausführung auf der Haut und strukturiertere, fließende Striche in den Gewändern. Die Palette wird von tiefem Blau, karmesinrotem Rot, Schwarz und cremigem Weiß dominiert, wobei warmes goldenes Licht die zentrale Gruppe erhellt. Röntgenaufnahmen haben enthüllt, dass die große rote Draperie, die oben links einfällt, ursprünglich einen Engel im Stil Pietro da Cortonas verdeckte, der Maria mit einem Rosenkranz krönte, was die frühe Datierung des Altargemäldes bestätigt.
Geschichte & Provenienz
Die Gemäldegalerie Berlin erwarb die Rosenkranzmadonna 1971 und sicherte sich damit die Repräsentanz des zweiten großen Meisters der neapolitanischen Hoch- und Spätbarockmalerei neben Luca Giordano, von dem das Museum heute sieben Werke besitzt. Die ursprüngliche Provenienz und der genaue Auftrag des Gemäldes bleiben ungewiss. Bernardo De Dominici erwähnt in seinen Künstlerbiografien ein Rosenkranzmadonna-Altargemälde in Sessa Aurunca in Kampanien, doch dies lässt sich nicht definitiv mit der Berliner Leinwand in Verbindung bringen. Teobaldo Fortunato hat eine spätere, schwächere Nachbildung des Berliner Gemäldes veröffentlicht, die 1771 datiert ist und sich in der Kirche Santa Maria delle Grazie in Casali di Roccapiemonte, Kampanien, befindet. Diese Kopie liefert einen terminus post quem für die Übermalung der Engel im Original und legt nahe, dass die kompositorische Änderung nicht früher als 1771 erfolgte, vielleicht motiviert durch ein neoklassizistisches Verlangen nach Ordnung.
Kontext
Als Solimena dieses Werk um 1680-81 malte, hatte er noch nicht den kühlen, klassizistisch orientierten Stil und die dunkle, zurückhaltende Palette entwickelt, die seine Reifezeit definieren sollten. Die Rosenkranzmadonna steht etwa zwei Jahrzehnte nach Giordanos Heiliger Michael und repräsentiert einen Moment, in dem Solimena noch Einflüsse von Giordano und der breiteren italienischen Barocktradition aufnahm. In Neapel hatte der Kompositionstyp der thronenden Madonna mit nur zwei Heiligen von Giovanni Lanfranco eingeführt worden, der von 1602 bis 1633 in Rom tätig war, bevor er 1634 nach Neapel übersiedelte. Lanfrancos Altargemälde für die Certosa di S. Martino in Neapel, heute in Afragola, diente als Prototyp, auf den Solimena für sein Berliner Bild zurückgriff, insbesondere im Motiv der großen roten Draperie, die von einem Engel getragen wird.
Nachwirkung
Die Rosenkranzmadonna nimmt in Solimenas Werk einen wichtigen Platz als Dokument seiner frühen Entwicklung ein und in der breiteren Erzählung der neapolitanischen Barockmalerei. Ihr Erwerb durch die Gemäldegalerie Berlin 1971 positionierte sie innerhalb einer der bedeutendsten Sammlungen europäischer Malerei, neben Werken von Solimenas älterem Zeitgenossen Paolo De Matteis und seinem wichtigen Schüler und Nachfolger Francesco De Mura. Die verborgene Geschichte des Gemäldes, die durch moderne technische Untersuchungen aufgedeckt wurde, zeigt exemplarisch, wie Röntgenaufnahmen die ursprünglichen Absichten der Künstler und spätere Änderungen enthüllen können. Die Kopie von 1771 in Casali di Roccapiemonte bezeugt die nachhaltige Wirkung des Werkes und hilft gleichzeitig, eine Chronologie für die Modifikationen am Original zu etablieren. Heute gilt das Gemälde als ein Schlüsselwerk des frühen Solimena, des Künstlers, der die neapolitanische Kunst für einen Großteil des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts dominieren sollte.
Artist & collection
Artist
Francesco Solimena (4 October 1657 – 3 April 1747) was a prolific Italian Baroque painter, one of an established family of painters and draughtsmen.

















