Artwork

Miracle of St. Ambrogio

Miracle of St. Ambrogio, by Filippo Lippi, paint, 1444
Miracle of St. Ambrogio, by Filippo Lippi, paint, 1444

Miracle of St. Ambrogio is a paint painting by the Early Renaissance artist Filippo Lippi. It dates from 1444 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Überblick

Das Wunder des Heiligen Ambrosius ist ein kleines Temperagemälde auf Holztafel des florentinischen Renaissance-Meisters Fra Filippo Lippi, datiert auf 1444 und heute in der Gemäldegalerie Berlin aufbewahrt. Mit den Maßen 28 mal 51 Zentimeter auf einer Pappelholztafel ist es eines der wenigen erhaltenen Predellafragmente aus Lippis Werk, das ursprünglich den Sockel eines Altarbildes bildete. Das Werk zeichnet sich durch eine ausgefeilte Perspektivkonstruktion, eine dicht bevölkerte Narrationsszene und seine bedeutende Rolle in der Entwicklung der frührenaissancistischen Malerei in Florenz aus.

Technik und Stil

Lippi verwendet eine glatte Pinselführung mit sorgfältiger linearer Definition von Gewandfalten und architektonischen Details.

Das Werk ist in Tempera auf Pappelholz ausgeführt und misst 28 mal 51 Zentimeter, wobei die italienische Quelle leicht abweichende Maße von 28 mal 52,5 Zentimetern angibt. Die Oberfläche zeigt sichtbare Rissbildungen und eine matte, gealterte Patina. Lippi verwendet eine glatte Pinselführung mit sorgfältiger linearer Definition von Gewandfalten und architektonischen Details. Die Farbpalette besteht aus warmen Erdtönen, Rot-, Gelb- und gedämpften Grüntönen. Die Perspektivkonstruktion ist besonders bemerkenswert: Der Raum ist mit einem schwarz-braun karierten Boden dargestellt, der das perspektivische Gitter unterstreicht und eine solide räumliche Konstruktion schafft, die strenger ist als die im Hauptfeld des Altarbildes. Die Komposition nutzt eine weitwinklige, verkürzte Ansicht, die der flämischen Malerei verpflichtet ist, mit einem geöffneten Fenster und einem Bogen, die eine Landschaft dahinter offenbaren. Die Aufmerksamkeit des Künstlers gilt vor allem der monumentalen Qualität der drapierten Figuren, deren wallende Gewänder eine eigenständige plastische Lebenskraft zu besitzen scheinen. Lippi zeigt besondere Meisterschaft in der Wiedergabe der Textur von Stoffen, der Modellierung der Gewänder durch Chiaroscuro und der Darstellung des leichten, nebligen Vorhangs, der das Bett links bedeckt.

Geschichte und Provenienz

Die Tafel wird als Fragment der Predella der Incoronazione Maringhi identifiziert, dem ehemaligen Hochaltar der florentinischen Kirche Sant'Ambrogio, das heute in den Uffizi aufbewahrt wird. Das Hauptaltarbild wurde zwischen 1441 und 1447 gemalt, doch die Predella wurde erst 1458 bezahlt. Basierend auf ihren kompositorischen Merkmalen, mit der Handlung im rechten Bereich und einer inneren Rahmung links, wird angenommen, dass das Fragment die linke Seite des Retabels einnahm, was der prominenten Figur des Heiligen Ambrosius auf der linken Außenseite des Hauptfeldes entspricht. Die solidere perspektivische Konstruktion im Vergleich zum Altarbild selbst hat Wissenschaftler zu der Hypothese veranlasst, dass die Tafel zur finalen Phase des Auftrags gehört, um 1447. Das Gemälde befindet sich heute in der Sammlung der Gemäldegalerie Berlin, wo es unter der Nummer 28 katalogisiert ist.

Kontext

Filippo Lippi war eine der zentralen Figuren der Frührenaissance in Florenz und von den 1430er Jahren bis zu seinem Tod 1469 aktiv. Als Karmelitermönch seit dem Alter von acht Jahren erhielt er seine künstlerische Ausbildung im Innovationsklima, das Masaccio und Masolino in der Brancacci-Kapelle schufen. Der Auftrag für das Altarbild von Sant'Ambrogio kam zu einem bedeutenden Moment in seiner Karriere, nach seiner 1441 geschaffenen Krönung der Jungfrau für den Hauptaltar derselben Kirche. Das Predellaformat, das traditionell narrative Episoden aus dem Leben der Heiligen darstellte, ermöglichte es Lippi, seine besonderen Fähigkeiten für Szenen in häuslichen Innenräumen und psychologisch individualisierte Figuren zu entwickeln. Der Einfluss der flämischen Malerei auf die perspektivischen und landschaftlichen Elemente spiegelt die breiteren Strömungen des künstlerischen Austauschs im Italien des 15. Jahrhunderts wider. Das Werk wurde in bedeutender wissenschaftlicher Literatur diskutiert, darunter Schottmuller 1907, Ruda 1993 und der Ausstellungskatalog von 2005 in Berlin, in dem Sibylle Luig den Eintrag beisteuerte.

Nachwirkung

Als eines der wenigen erhaltenen Predellafragmente von Filippo Lippi besitzt das Wunder des Heiligen Ambrosius besondere Bedeutung für das Verständnis der Arbeitsweise des Künstlers und des ursprünglichen Erscheinungsbildes seiner Altarbilder. Drei Gewandstudien, die mit dieser Komposition verbunden sind, haben überlebt, darunter eine in Berlin, was die Sorgfalt bezeugt, mit der Lippi diese Figuren vorbereitete. Die Tafel verkörpert die Transformation der Predellamalerei im 15. Jahrhundert, als Künstler über einfache narrative Illustrationen hinaus zu komplexen räumlichen Umgebungen und psychologisch engagierten Figurengruppen übergingen. Die Zuschreibung zur Incoronazione Maringhi, die auf kompositorischen Gründen beruht, hat dazu beigetragen, das ursprüngliche Erscheinungsbild eines der wichtigsten Altarbilder Lippis zu rekonstruieren. Das Werk wird weiterhin als Schlüsseldokument für Lippis Auseinandersetzung mit flämischen Perspektivtechniken und seine Entwicklung der monumentalen drapierten Figur in kleinformatigen Werken studiert.

Scenes from the Life of Saint John the Baptist
Scenes from the Life of Saint John the Baptist, Francesco Granacci

Artist & collection

Portrait of Filippo Lippi

Artist

Filippo Lippi

Filippo Lippi (c. 1406 – 8 October 1469), also known as Lippo Lippi, was an Italian Renaissance painter of the Quattrocento (fifteenth century) and a Carmelite priest. He was an early Renaissance master of a painting…

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.