Artwork
Los mulatos de Esmeraldas

Los mulatos de Esmeraldas is an oil painting by the Mannerist artist Andrés Sánchez Gallque. It dates from 1600 and is held in the collection of the Museo del Prado.
About this work
Sujet und Bedeutung
Das Gemälde zeigt Don Francisco de Arobe im Alter von 56 Jahren sowie seine Söhne Pedro und Domingo, Häuptlinge einer Maroon-Gemeinschaft in Esmeraldas.
Das Gemälde zeigt Don Francisco de Arobe im Alter von 56 Jahren sowie seine Söhne Pedro und Domingo, Häuptlinge einer Maroon-Gemeinschaft in Esmeraldas. In Auftrag gegeben, um die Bekehrung und Loyalität dieser ehemaligen entlaufenen Sklaven gegenüber König Philipp III. zu demonstrieren, symbolisiert das Werk ihre Integration in das Spanische Reich bei gleichzeitiger Beibehaltung des autonomen Status. Die Dargestellten tragen eine Mischung aus europäischen Wamsen und indigenen Uncu-Tuniken, ergänzt durch Goldschmuck und afrikanisch anmutende Speere, die ein Zusammenwirken europäischer, afrikanischer und amerikanischer Einflüsse repräsentieren. Trotz spanischer Gesetze, die Schwarzen das Tragen von Seide oder Gold verboten, werden diese Luxusgüter zur Schau gestellt, um die Reichweite des kolonialen Handels und den erhöhten Rang der Dargestellten zu signalisieren.
Ikonographisch halten die beiden Söhne ihre Hüte mit der Innenseite zum Betrachter, eine westliche Bildkonvention, die Unterwerfung und das Fehlen verdeckter Absichten anzeigt. Der schlichte Wolkenhintergrund isoliert die Figuren von ihrem geografischen Kontext und schafft eine visuelle Trennung zwischen den Dargestellten und dem spanischen Monarchen. Die Einbeziehung des Titels "Don" für alle drei Männer anerkennt ihren vom Kron verliehenen niederen Adelstitel und rahmt das Porträt als Zeugnis der erfolgreichen "Zivilisierung" der Bevölkerung der Region.
Technik und Stil
Ausgeführt 1599, ist Los mulatos de Esmeraldas ein Ölgemälde auf Leinwand mit den Maßen 92 cm in der Höhe mal 175 cm in der Breite. Das Werk folgt dem manieristischen Stil, der um 1580 durch italienischen Einfluss in die Anden gelangte, obgleich einige Gelehrte zentraleuropäische Elemente in den hellen Lichtakzenten und der detaillierten Drapierung vermuten. Die Komposition zeigt drei Figuren vor einem schlichten Wolkenhintergrund, frei von geografischen Details, was die Dargestellten von jedem spezifischen räumlichen Kontext isoliert. Die Figurenführung zeigt ein einzigartiges profanes Thema für die Kolonialzeit, gekennzeichnet durch den direkten Blick der Dargestellten und die symmetrische Anordnung der Söhne zu beiden Seiten ihres Vaters. Der Künstler, Andrés Sánchez Gallque, signierte das Werk, ein seltenes Vorkommnis für indigene Künstler im virreinalen Kontext, und nutzte die westliche Bildsprache, um durch Gesten wie das Abnehmen der Hüte Unterwerfung zu vermitteln.
Geschichte und Provenienz
Los mulatos de Esmeraldas wurde 1599 von Juan del Barrio de Sepúlveda, Richter der Real Audiencia von Quito, als diplomatisches Geschenk für König Philipp III. von Spanien in Auftrag gegeben. Das Gemälde dokumentiert die Unterwerfung von Francisco de Arobe, einem Führer einer Maroon-Gemeinschaft in Esmeraldas, und seiner Söhne Pedro und Domingo, die nach Quito reisten, um ihre Treue zur spanischen Krone zu formalisieren. Ausgeführt von dem Maler der Quito-Schule Andrés Sánchez Gallque, trägt das Werk eine lateinische Inschrift, die besagt, dass der Doktor Juan del Barrio y Sepúlveda es auf eigene Kosten für Philipp III. im Jahr 1599 anfertigen ließ. Die Leinwand erreichte Spanien über die Seeroute Lima, Panama und den Landtransport zu den Antillen, wo sie sich der Rückkehrflotte der Galeonen anschloss, die Waren nach Spanien beförderte. Sie gelangte in die spanische königliche Sammlung und später in den Besitz des Museo del Prado in Madrid, seit dem 19. Jahrhundert ist sie im Museo de América deponiert. Das Gemälde ist Teil der Dauerausstellung des Museo del Prado in Madrid, Spanien, wo es seit dem 19. Jahrhundert verweilt. Obwohl es dem Prado gehört, ist das Werk derzeit im Museo de América, ebenfalls in Madrid, deponiert. Das Kunstwerk wurde ursprünglich von Juan del Barrio de Sepúlveda, einem Richter der Real Audiencia von Quito, in Auftrag gegeben, um als diplomatisches Geschenk an König Philipp III. von Spanie gesandt zu werden. Nach seiner Entstehung befand sich die Leinwand im Besitz der spanischen Königsfamilie, bevor sie schließlich in den Bestand des Prado überging. Das Werk ist in den vorliegenden Quellen nicht mit einer spezifischen Inventarnummer verzeichnet, obwohl seine Provenienz von der Audiencia von Quito über die spanische Krone bis zu den gegenwärtigen Madrider Institutionen zurückverfolgt werden kann.
Kontext
Geschaffen 1599 vom Mestizo-Künstler Andrés Sánchez Gallque, gilt dieses Werk als das älteste signierte und datierte Gemälde aus dem kolonialen Südamerika. Es ist ein einzigartiges Artefakt im frühen amerikanischen Kolonialkontext, ausgezeichnet durch sein profanes Sujet in einer Periode, die überwiegend von religiöser Bildsprache dominiert wurde. Kunstgeschichtlich verkörpert die Leinwand den manieristischen Stil, der um 1580 durch italienische Maler in die Anden gelangte, obgleich Gelehrte auch zentraleuropäische Einflüsse in der Drapierung und Beleuchtung vermuten. Das Gemälde fungiert als komplexes Dokument des kolonialen Austauschs, das westliche Bildkonventionen nutzt, um die Unterwerfung der Maroon-Führer gegenüber der spanischen Krone darzustellen, während es gleichzeitig eine seltene visuelle Aufzeichnung der afro-indigenen Identität bewahrt. Sein Auftrag durch Richter Juan del Barrio de Sepúlveda für König Philipp III. verdeutlicht die Spannung zwischen der Darstellung der Dargestellten als zivilisierte Vasallen und exotische Kuriositäten, eine Dualität, die sich in der Mischung aus europäischen Seiden und indigenem Goldschmuck widerspiegelt.
Nachleben
Los mulatos de Esmeraldas genießt den herausgehobenen Ruf als ältestes signiertes und datiertes Gemälde aus dem kolonialen Südamerika. Sein Nachleben ist maßgeblich geprägt durch den Künstler Andrés Sánchez Gallque, der sich als indigener andiner Maler zu identifizieren wählte, ein seltener Akt der Selbstbehauptung in einer Zeit, in der die meisten Werke anonym blieben. Das Gemälde ist einzigartig im frühen amerikanischen Kolonialkontext durch sein profanes Sujet und steht im Kontrast zur religiösen Bildsprache, die diese Ära dominierte. Es dient als kritisches historisches Dokument, das das Leben der Maroons und die Komplexitäten des kolonialen Austauschs darstellt und zeigt, wie die westliche Bildsprache genutzt wurde, um politische Unterwerfung gegenüber der spanischen Krone zu vermitteln. Ursprünglich im Besitz der spanischen Königsfamilie, gelangte das Werk im 19. Jahrhundert in die Sammlung des Museo del Prado und ist derzeit im Museo de América in Madrid deponiert.
Artist & collection
Artist
Andrés Sánchez Gallque painted a rare 16th-century portrait of two Afro-Ecuadorian men in colonial dress, “Los mulatos de Esmeraldas,” finished in 1599.


















