Artwork
Portrait der Gioconda (Kopie)

Portrait der Gioconda (Kopie) is an oil painting by the Mannerist artist Unknown. It dates from 1550 and is held in the collection of the Hermitage Museum. Die Eremitage-Mona Lisa ist ein Gemälde auf Leinwand, das von einem unbekannten Maler in der Mitte des 16.
About this work
Überblick
Das Gemälde gelangte 1931, nachdem es vom Antikvariat All-Union Association übergeben worden war, in die Sammlung der Eremitage.
Das Portrait der Gioconda (Kopie), auch als Eremitage-Mona Lisa oder Gioconda mit Säulen bekannt, ist ein Ölgemälde auf Leinwand eines unbekannten Künstlers, das sich in der Eremitage in Sankt Petersburg befindet. Das Werk ist eine unverkennbare Kopie von Leonardo da Vincis berühmter Mona Lisa und zeigt dieselbe sitzende Halbfigur, Lisa del Giocondo, vor einem nebligen Landschaftshintergrund. Während institutionelle Aufzeichnungen das Gemälde auf 1550 datieren, deutet die wissenschaftliche Analyse der Grundierung darauf hin, dass es wahrscheinlich später, in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts, entstanden ist. Das Gemälde gelangte 1931, nachdem es vom Antikvariat All-Union Association übergeben worden war, in die Sammlung der Eremitage. Durch gute Ausführung und gute Lesbarkeit zeichnet sich das Werk vor allem durch seine Abweichung von Leonardos Originalkomposition aus, insbesondere durch die Aufnahme von zwei Säulen im Hintergrund und ein jugendlicheres Erscheinungsbild der Dargestellten.
Sujet & Bedeutung
Das Sujet ist Lisa Gherardini, die Ehefrau des florentinischen Kaufmanns Francesco del Giocondo, allgemein bekannt als Mona Lisa oder La Gioconda. Sie ist in Dreiviertelansicht dargestellt, ihr Körper zum Betrachter gewandt, während ihr Blick direkt auf den Betrachter trifft. Ihre Hände sind am unteren Bildrand gefaltet, eine ruht über der anderen auf einer Steinbrüstung. Sie trägt ein dunkles Kleid mit tiefem, gerafftem Ausschnitt und einem dekorativen Stickereiband über der Brust, wobei an den Ärmelkanten ein helleres Untergewand sichtbar ist. Ihr langes, dunkles Haar fällt locker über die Schultern. Im Gegensatz zum Pariser Original weist diese Version zwei Säulen im Hintergrundpanorama auf, ein Element, das in Leonardos Original nur skizziert ist und das zur populären Bezeichnung Gioconda mit Säulen führte. Dieses Säulenmotiv findet sich auch in anderen bekannten Kopien, etwa in Oslo und Baltimore.
Technik & Stil
Das Gemälde ist in Ölfarbe auf Leinwand ausgeführt und misst 71 mal 53 Zentimeter. Die Palette ist von Brauntönen, tiefem Grün und warmen Fleischtönen dominiert. Das Licht fällt sanft von links, modelliert Gesicht und Hände mit feinen Abstufungen, und die Pinselführung wirkt glatt und verschmolzen, besonders im Gesicht und in den nebligen Fernen der Landschaft. Die Oberfläche zeigt feine Craquelé. Die Ausführung vermissen lässt das Leonardos Werk charakteristische Sfumato, und das Gesicht des Modells wirkt jünger als in der Louvre-Fassung. Die Ausführung wurde als ausdrucksstark und lesbar beschrieben, wobei die Ausführung vermutlich nordischeuropäische, speziell deutsch-flämische Einflüsse aufweist. Wissenschaftliche Analysen identifizierten Baryt, also Bariumsulfat, in der Vorgrundierung. Dieses Mineral wurde besonders zwischen 1620 und 1680 zur Vorbereitung von Malgründen verwendet, eine Zeit lange nach Leonardos Tod, was die frühere Datierung widerlegt und eine Entstehung im siebzehnten Jahrhundert nahelegt.
Geschichte & Provenienz
Das Gemälde entstand in Italien, doch die genauen Umstände seiner Auftragsvergabe und frühen Besitzverhältnisse bleiben unbekannt. Das Werk gelangte schließlich in den Besitz des Antikvariat All-Union Association. 1931 wurde es aus dieser Privatsammlung in die Eremitage in Sankt Petersburg überführt, wo es seither aufbewahrt und ausgestellt wird. Die Zugangsbuchung 1931 markierte den förmlichen Eintritt des Gemäldes in eine bedeutende öffentliche Sammlung und sicherte es für nachfolgende Studien und Präsentationen.
Kontext
Die Eremitage-Gioconda gehört zu einer umfangreichen Kategorie früher Kopien von Leonardos Meisterwerk, die entstanden, als das Originalgemälde bereits ein berühmtes Werk geworden war. Im Gegensatz zur Prado-Mona Lisa, für die technische Analysen bewiesen, dass sie gleichzeitig in Leonardos Werkstatt entstand, ist die Eremitage-Fassung ein späteres Werk, das vom Original durch mehr als ein Jahrhundert getrennt ist. Das Vorhandensein von Bariumsulfat in der Grundierungsschicht verortet das Werk fest im siebzehnten Jahrhundert, trotz einiger institutioneller Datierungen auf die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Der Forscher Silvano Vinceti, Präsident der Leonardo da Vinci Foundation, hat argumentiert, dass dieses Porträt möglicherweise von Leonardo selbst stamme, wobei er den Zeichenstil und die Farbtöne als Belege anführte. Die materielle Evidenz der Baryt-Grundierung jedoch, die erst lange nach Leonardos Tod in Gebrauch kam, steht in direktem Widerspruch zu dieser Zuschreibungshypothese, sodass die Identität des Künstlers ungeklärt bleibt und das Werk fest als Kopie kategorisiert wird.
Nachwirkung
Das Gemälde bleibt ein bedeutendes Artefakt innerhalb der umfangreichen Tradition von Mona-Lisa-Repliken und -Neuinterpretationen. Sein populärer Beiname Gioconda mit Säulen hebt seine spezifische ikonografische Leistung für diesen breiteren Zusammenhang hervor und verbindet es formal mit anderen Säulenversionen in Oslo, Baltimore und Dulwich. Die wissenschaftliche Debatte um die Eremitage-Kopie, insbesondere das Spannungsfeld zwischen stilistischen Zuschreibungsansprüchen und materieller wissenschaftlicher Analyse, unterstreicht die anhaltende Faszination Leonardo da Vincis Komposition und das beharrliche Bedürfnis, verlorene Originale unter den zahlreichen überlieferten Kopien zu finden. Das Werk wird weiterhin als Beispiel dafür studiert, wie Leonardos Innovationen nach seinem Tod in verschiedenen europäischen Maltraditionen adaptiert, interpretiert und verbreitet wurden.
Artist & collection











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